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Unterwegs mit der Kamera

Unterwegs in Botswana mit dem Garmin inReach Explorer+

Herausforderung Cutline Road

Garmin inReach Explorer+, Iridium Satellite Communication, light-phenomenon.com

Mit dem Garmin inReach Explorer+ unterwegs in Botswana. Ein Traum wird wahr: Weltweit SMS und Emails senden und empfangen. Kein Empfang gibt’s nicht – dank den Iridium-Satelliten!

Die Einreiseformalitäten am Flughafen in Maun, Botswana haben eine kleine Ewigkeit gedauert. Der erste Programmpunkt unserer Safari ist die Mietwagenübernahme: Die bereits vorhandenen feinen Kratzer auf der Seite unseres Geländewagens werden als “Normal Bush” im Übergabeprotokoll vermerkt. Zum Glück wie sich später herausstellt, denn auf der Cutline Road lassen sich neue Kratzer kaum vermeiden. Nach unzähligen Vertragsunterschriften und Erklärungen zu unserem Toyota Land Cruiser geht es endlich los mit unserem Abenteuer. Wir fahren aus dem Britz Mietwagen-Depot in Maun.

Hippo, Makgadikgadi-Pans-Nationalpark, Botswana, 20170506-Makgadikgadi-0568, light-phenomenon.com

Wenn ein Hippo das Maul aufreisst, muss man schnell sein, sonst ist der Moment vorbei.

Botswana ist ähnlich wie Namibia ein ideales Reiseland für Selbstfahrer im südlichen Afrika. Während in Namibia auf den Touristenrouten vorwiegend Waschbrett-Schotterpisten vorherrschen, sind es in Botswana abseits der Teerstrassen sandige Tracks. Wir fahren von Lodge zu Lodge auf folgender Route: Maun – Khwai Tented Camp – Linyanti Tented Camp – Kasane – Chobe Nationalpark – Abstecher nach Vic Falls in Simbabwe – Elephant Sands – Meno Akwena – Makgadikgadi-Pans-Nationalpark.

Toyota Land Cruiser V8, Botswana, light-phenomenon.com

Unser Mietwagen: Toyota Land Cruiser, 4.5 Liter V8 Turbodiesel

Auf dem Weg zum Linyanti Gate wird die Cutline Road entlang der Grenze des Chobe Nationalparks zur Herausforderung. Der über 87 Kilometer schnurgerade nach Norden führende Track wird normalerweise nicht von Touristen befahren, sondern von Versorgungsfahrzeugen der abgelegenen Camps. Unser Mietwagen, ein Toyota Land Cruiser mit einem 4.5 Liter V8 Turbodiesel, muss trotz seines gewaltigen Drehmoments von 650 Newtonmetern schwer arbeiten.

Frog, Okavango-Delta, Botswana, Copyright: Daniel Haller, light-phenomenon.com

Nur wenige Zentimeter gross ist dieser Frosch. Der Poler – so nennt man hier den Mokoro-Bootsführer – hat ihn sofort entdeckt. Ich hätte den winzigen Frosch im Schilfgewirr des Okavango-Deltas garantiert übersehen.

Beim Fahrzeug bleiben

Bei einer Panne kann es auf wenig befahrenen Strecke vorkommen, dass man unter Umständen tagelang warten muss, bis ein anderes Fahrzeug vorbeikommt – keine angenehme Vorstellung. Es ist sicherer, beim Fahrzeug zu bleiben. Hier existieren keine Zäune und Wildtiere bewegen sich frei. Einheimische Safari-Guides erzählen beim Lagerfeuer Gruselgeschichten von unerfahrenen Touristen, die sich bei einer Panne vom ihrem Fahrzeug wegbewegt haben, um Hilfe zu holen – und so tatsächlich in echte Lebensgefahr geraten sind! Insbesondere in der Dämmerung wird es richtig gefährlich.

Lilac-breasted roller, Botswana, 20170509-Botswana-0782, Copyright: Daniel Haller, light-phenomenon.com

Mit 1/4000 Sekunde eingefroren in der Zeit: Ein Lilac-breasted roller im Vorbeiflug (1/4000 s, Blende 6.3, ISO 400, Canon EOS 1D Mark IV, EF 100-400 mm f/4.5-5.6L IS II USM)

Bodenfreiheit

Ein Lastwagen ist kurz nach dem letzten Regen hier entlanggefahren und hat eine extrem tiefe und breite Spur hinterlassen. Die Bodenfreiheit wird zum Problem. In der Mitte des Tracks stehen meterhohe Büsche, ausweichen unmöglich. Die hässlichen Kratzgeräusche der Äste am Fahrzeugunterboden werden lauter. Streckenweise sind alternative Spuren im Sand vorhanden und wir versuchen die bestmögliche Spur auszuwählen. Auf einmal geht nichts mehr: Mit eingeschaltetem Reduktionsgetriebe befreit sich der Land Cruiser fauchend aus dem Sand.

Falls der Track noch schwieriger werden sollte, können wir zusätzliche Luft aus den Reifen ablassen. Einen 12 Volt Kompressor, um die Reifen später wieder aufpumpen zu können, haben wir dazu gemietet. Zudem habe ich einen stabilen zusammenklappbaren Armee-Spaten im Reisekoffer dabei. Doch der Land Cruiser lässt uns bis zum Ende der Tour nie im Stich. Wasserdurchfahrten und überflutete Strassen stellen für ihn kein Problem dar. Aus einem Schlammloch können wir uns mit den hinten und vorne einzeln zuschaltbaren Differentialsperren befreien.

Sogar einen deutlich schwächer motorisierten Toyota Hilux Busch-Camper ziehen wir bei der Anfahrt zum Linyanti Bush Camp locker aus dem Sand. Der Fahrer, ein älterer Amerikaner lacht: Er sei nicht das erste Mal steckengeblieben. Die Kupplung halte wohl nicht mehr lange durch. Ein paar Tage später sehen wir den Hilux tatsächlich wieder – auf dem Anhänger eines Abschleppfahrzeugs.

Hilfe in der Not: inReach

Wer abseits üblicher Pfade reisen möchte, muss sich generell die Frage stellen: Wie minimiert man das Risiko in einer Notsituation? Wie wäre es, wenn man weitab jeglicher Zivilisation und aller Mobiltelefonnetzen Hilfe anfordern und seine genaue Position mitteilen könnte?

Garmin inReach Explorer+, Iridium Satellite Communication, light-phenomenon.com

Sieht aus wie ein herkömmliches Garmin GPS-Gerät. Der Garmin inReach Explorer+ “kann” zwar auch GPS, aber sein eigentliches Spezialgebiet ist die Satellitenkommunikation über das Iridium Netzwerk. SOS, SMS, Email senden und empfangen, Wetterdaten abrufen – weltweit ohne Einschränkungen!

Satellitentelefone waren bisher für Normalsterbliche unerschwinglich. Doch wer braucht in einem Notfall Sprachkommunikation via Telefon? Reichen kurze Textnachrichten nicht völlig aus, um sich zu verständigen? Wäre das nicht deutlich günstiger zu realisieren, da massiv weniger Übertragungskapazität auf den Kommunikationssatelliten belegt würde als bei minutenlangen Telefongesprächen?

Genau diese Idee hat die US-Firma DeLorme mit dem inReach-Kommunikationssystem realisiert, welches textbasierte Zweiwege-Satellitenkommunikation in handlichen GPS-Geräten integriert. Die Grundlage für die weltumspannende Abdeckung bildet dabei das Iridium-Satellitennetzwerk.

inReach Messaging, Garmin Earthmate App, light-phenomenon.com

Am Ende der Welt: Mit inReach gibt es keine Orte mit schlechtem oder gar keinem Empfang. SMS und Emails ganz einfach auf dem Smartphone oder Tablet senden oder empfangen – auf allen Ozeanen, in der Wüste, am Nord- oder Südpol – überall (Screenshot: Garmin Earthmate App, iPad mini 4)

Durch die einzigartige inReach-Lösung wurde DeLorme zum Übernahmekandidaten. Im Jahr 2016 hat der hierzulande besser bekannte GPS-Hersteller Garmin die Firma DeLorme aufgekauft. Die ersten Garmin Geräte mit integrierter inReach Technologie wurden am 4. Januar 2017 vorgestellt. Sie heissen: inReach Explorer+ und inReach SE+.

Der nur unwesentlich teurere inReach Explorer+ im orangen Gehäuse bietet gegenüber seinem gelben Bruder zusätzlich vorinstallierte Topo-Karten, einen digitalen Kompass, einen barometrischen Höhenmesser und einen Beschleunigungssensor.

Beide Geräte lassen sich über Bluetooth mit einem Smartphone oder Tablet koppeln. Die dazu nötige App “Earthmate” wird von Garmin für iOS und Android kostenlos angeboten.

Icon: Garmin Earthmate App, Copyright: Garmin

Das Icon der Garmin Earthmate App (Copyright: Garmin)

Laden im Apple AppStore

Die Vorteile: Die Topo-Karten können auf den grösseren hochauflösenden Displays angezeigt werden, Nachrichten lassen sich viel bequemer tippen und alle Kontakte stehen beim Verfassen einer Nachricht zur Verfügung.

Garmin Earthmate App, light-phenomenon.com

Die Wegpunkte unserer Botswana Safari lassen sich in die Garmin Earthmate App importieren und auf der Karte darstellen (Screenshot: iPad mini 4)

Die wichtigsten Funktionen der Garmin inReach Geräte

  • Auslösen eines interaktiven SOS-Notrufs an die rund um die Uhr besetzte Notfallüberwachungszentrale
  • Senden und Empfangen von Nachrichten über SMS, Email mit lückenloser weltweiter Abdeckung
  • Senden und Empfangen von Nachrichten von anderen inReach-Benutzern mit lückenloser weltweiter Abdeckung
  • Virtuelle Tastatur zum Verfassen eigener Nachrichten
  • Wettervorhersagen (Standard, Premium, Seewetterdaten) anfordern für die aktuelle Position und geplante Ziele
  • Austausch von Positionen
  • Tracking und Teilen von Positionen mit Freunden und Angehörigen über das webbasierte MapShare-Portal
  • Senden von Wegpunkten an das MapShare-Portal während der Reise
  • Bluetooth-Kopplung mit mobilen Geräten für einfache Bedienung und Kartendarstellung

SOS: Die GEOS Notfallüberwachungszentrale

Mit der SOS-Taste wird ein interaktiver Notruf mit den aktuellen Positionskoordinaten an die 7 x 24 h besetzte GEOS-Notfallüberwachungszentrale gesendet. GEOS meldet sich und klärt die weiteren Schritte ab, koordiniert lokale Behörden, Rettungskräfte und hält alle Beteiligten auf dem Laufenden.

Optional können bei GEOS zusätzliche Evakuierungsversicherungen abgeschlossen werden. Details dazu finden sich auf der GEOS Website.

Teilen der Position über das MapShare-Portal

Garmin MapShare Portal, light-phenomenon.com

MapShare-Portal: Angehörige können die Reise verfolgen, die aktuelle Position anfordern und Kurznachrichten senden.

Bei aktiviertem Tracking senden die Garmin inReach-Geräte in vorgegebenen Intervallen aktuelle GPS-Positionsdaten an das webbasierte MapShare-Portal. Freunde und Angehörige können so den Reisefortschritt online mitverfolgen, die Position abfragen und Nachrichten austauschen. Die persönliche MapShare-Seite kann in Blogs, Webseiten und in soziale Medien integriert werden.

Der Datenplan

Hier liegt die eigentliche Hemmschwelle für den Kauf eines inReach-Geräts: Ohne Iridium-Satellitenabonnement lassen sich die Garmin inReach-Geräte nicht aktivieren!

Garmin verkauft das nötige Abo in zwei Varianten: Auf Jahresbasis oder monatlich aussetzbar oder kündbar. Die günstigste Variante kostet derzeit für Schweizer Kunden CHF 14.95 pro Monat im Jahresvertrag.

Es ist gar nicht so einfach, anhand der eigenen Bedürfnisse die beste Variante herauszufinden. Hoffentlich vereinfacht Garmin in Zukunft die Preispläne.

Einzigartig: Das Iridium Netzwerk

Iridium Everywhere Logo, Copyright: Iridium Communications Inc.

“Iridium Everywhere”, Iridium Logo

Dieser einzigartige Satellitenverbund stellt einen technischen Meilenstein dar und verdient daher eine nähere Betrachtung. Iridium darf sich rühmen, als einziges Zweiweg-Kommunikationsnetzwerk zuverlässig 100 Prozent der Erdoberfläche mit Sprach- und Datenkommunikation zu versorgen – inklusive aller Ozeane und Polargebiete. Für die inReach-Geräte gibt es keine Gebiete mit schlechtem oder gar keinem Empfang!

Geboren in den Achtziger Jahren

Die bis dahin als utopisch geltende Idee für ein weltumspannendes Kommunikationsnetz wurde Mitte der Achtziger Jahre von Motorola geboren. Insgesamt wurde die enorme Summe von 5 Milliarden US-Dollar in den Aufbau von Iridium investiert. Dies wiederum führte zu exorbitant hohen Gesprächskosten von 8 USD pro Minute. Dazu kamen ebenso teure wie klobige Endgeräte. Die Folge: Es konnten bei weitem nicht genügend zahlende Kunden gewonnen werden. Im Jahr 2000 begannen die Pleitegeier über der Firma Iridium Inc. zu kreisen. Kurz darauf ging das Geld definitiv aus.

Vor dem Verglühen gerettet

In letzter Minute gründeten Investoren eine Auffanggesellschaft und stellten frisches Kapital zur Verfügung. Die wertvollen Iridium-Satelliten konnten vor dem Verglühen in der Erdatmosphäre gerettet werden. Seit 2001 wird das Iridium-Satellitennetzwerk von Iridium Communications Inc. (NASDAQ: IRDM) in Virginia, USA betrieben. Das Firmenlogo zeigt das Sternbild des Grossen Wagens, welcher in Amerika “Big Dipper” genannt wird.

66 Iridium-Satelliten

Iridium Satellit Artwork, Copyright: Iridium Communications Inc.

Iridium Satellit (Artwork, Copyright: Iridium Communications Inc.)

Das Netzwerk besteht aus 66 untereinander vernetzten Low Earth Orbit (LEO) Satelliten und einigen Reserve-Satelliten. Die 689 kg schweren Iridium-Satelliten verteilen sich auf insgesamt sechs polare Erdumlaufbahnen und sechs Umlaufebenen in einer Höhe von rund 780 km.

Im Gegensatz zu geostationären Telekommunikations-Satelliten, die in einer Höhe von 36’000 km operieren, ermöglichen es die deutlich tiefer gelegenen LEO-Umlaufbahnen der Iridium-Satelliten, kleine mobile Endgeräte mit sehr kleinen Sendeleistungen direkt anzubinden.

Iridium Satellites Artwork, Copyright: Iridium Communications Inc.

Die Iridium-Satelliten decken auf ihren sechs polaren Umlaufbahnen die gesamte Erdoberfläche ab (Artwork, Copyright: Iridium Communications Inc.)

Die Iridium-Satelliten bewegen sich mit rund 30’000 km/h auf ihrer Umlaufbahn. Die Erdumlaufzeit beträgt 100 Minuten und 28 Sekunden. Die Umlaufbahnen kreuzen sich an den Polen. Daher ist in der Arktis und Antarktis die Dichte der Iridium Satelliten am höchsten. Forschungsstationen in den Polarregionen profitieren davon und können so jederzeit und störungsfrei mit der Aussenwelt kommunizieren. Geostationäre Satelliten können Polargebiete über dem 82. Breitengrad nicht versorgen, da kein störungsfreier Empfang mehr möglich ist. Die Amundsen-Scott South Pole Station in der Antarktis ist beispielsweise 7 x 24 h über ein System mit 12 Multiplex-Modems mit dem Iridium-Netzwerk verbunden. Die so erreichbare Bandbreite beträgt 28.8 kbit/s.

Iridium Flares

Die Antennenpanele der Iridium-Satelliten wirken wie Spiegel für das Sonnenlicht. Das reflektierte Licht ist als ungefähr 20 Sekunden dauernder “Iridium Flare” auf der Erde sichtbar und kann von blossem Auge beobachtet oder fotografiert werden.

Gefährlicher Weltraumschrott

Der Iridium Satellit 33 ist mit einer unrühmlichen Episode in die Geschichte eingegangen: Am 10. Februar 2009 stiess der Satellit mit dem defekten russischen Militär-Satelliten Kosmos 2251 zusammen! Der bei der ersten Satellitenkollision der Geschichte entstandene Weltraumschrott stellt auf Jahrzehnte hinaus ein erhebliches Risiko für die Raumfahrt dar. Schon mehrfach musste die Internationale Raumstation ISS Ausweichmanöver einleiten, um Kollisionen mit Schrottteilen dieses Unfalls zu verhindern. Das Unfall-Szenario, mit welchem Sandra Bullock, George Clooney und Ed Harris im mit 7 Oscars dekorierten Science-Fiction Film “Gravity” (2013) zu kämpfen haben, stellt also eine reale Gefahr dar.

Iridium NEXT

Iridium NEXT ist der Name für die 2. Generation der Iridium-Satelliten, die nun laufend den Betrieb aufnehmen. Die Betreiber versprechen neue Innovationen für die globale Kommunikation. Iridium NEXT ist mit den bestehenden Iridium-Endgeräten kompatibel. Die neuen Satelliten ermöglichen zudem IP-basierte Datenübertragungen und direkten Internetzugang mit bis zu 88 Kbit/s für mobile Geräte.

inReach im afrikanischen Busch

Chobe River, Botswana, Copyright: Daniel Haller, light-phenomenon.com

Sonnenuntergang auf dem Chobe River, Botswana

Den Garmin inReach Explorer+ hatte ich während der Reise direkt neben dem Schalthebel unseres Land Cruisers in einen Cupholder gesteckt. Wie ich vermutet habe, funktioniert dort der GPS Empfang für das Tracking einwandfrei. Beeindruckt bin ich dagegen, dass bei dieser sehr ungünstigen Platzierung des Geräts im Auto die Kommunikation mit dem Iridium Netzwerk nahezu problemlos funktioniert! Normalerweise wäre freie Sicht auf den Himmel ohne jegliche Hindernisse für die Kommunikation mit den Iridium-Satelliten nötig. Der inReach Explorer setzt alle 10 Minuten seinen Tracking Wegpunkt über die Iridium Satelliten ab. Nur ganz selten bleibt eine Nachricht in der Warteschlange hängen. Nach weiteren automatischen Versuchen im 10 Minuten-Intervall werden die Nachrichten schliesslich erfolgreich hochgeladen.

Elephant, Chobe River, Botswana, Copyright: Daniel Haller, light-phenomenon.com

Auf dem Chobe River, Botswana

Fazit

Das Gerät vermag auf der ganzen Linie zu überzeugen und macht einen robusten Eindruck. Harte Umweltbedingungen, Nässe und Regen machen dem Garmin inReach Explorer+ nichts aus, die Bedienung ist einfach und selbsterklärend. Der fest eingebaute 2 GB Speicher ist genügend gross dimensioniert, um die weltweite Topo-Karte und Detailkarten von Namibia, Botswana und Zimbabwe aufzunehmen. Für wochenlanges Tracking steht ebenfalls genügend Speicher zur Verfügung. Eingestellt hatte ich das Tracking auf 1 Minute für das GPS-Log auf dem Gerät und 10 Minuten für die Tracking-Messages, die über das Iridium-Netzwerk an das MapShare-Portal gesendet werden. Der Tracking Status zeigt am Ende der Reise: Speicher 6% voll. Zeit bis voll: 8 Wochen. Tagsüber hält die Batterie problemlos, bei mir ist sie nie unter 60% gefallen. Wenn wir im Camp angekommen waren, habe ich jeweils das Tracking gestoppt und das Gerät ausgeschaltet. Abends habe ich das Gerät mit einem kleinen USB-Powerbank wieder aufgeladen. Die Bedienung über die Earthmate-App ist komfortabel, insbesondere das Erfassen von Nachrichten ist auf einem Tablet oder Smartphone eine grosse Erleichterung.

Was ich nicht getestet habe – und hoffentlich nie brauchen werde – ist die SOS Funktion.

Negativ aufgefallen

Das Display ist nicht schlecht, kann aber punkto Helligkeit und Auflösung bei weitem nicht mit aktuellen Smartphone-Displays mithalten. Das lässt sich aber problemlos verkraften, wenn man an den eigentlichen Nutzen des Geräts – die weltweite Satellitenkommunikation – denkt. Wenn der Akku im Notfall möglichst lange durchhält, verzichte ich gerne auf eine bessere Display-Qualität.

Garmin inReach Explorer+, Iridium Satellite Communication, light-phenomenon.com

Das transflektive TFT-Farbdisplay mit einer Diagonale von 2.31 Zoll (5.9 cm) und einer Anzeigeauflösung von 200 x 265 Pixeln ist gut ablesbar, kann aber nicht mit aktuellen Smartphone-Displays mithalten.

Nachrichten an Email-Adressen sind sofort beim Empfänger angekommen. Eigenartigerweise haben SMS-Empfänger die Nachrichten oft mit grosser Verzögerung erhalten. Die Ursache dafür ist mir nicht bekannt. Vielleicht lag auf irgendeinem SMS-Gateway eine Störung vor.

Ein Problem konnte ich nicht auf Anhieb lösen: Am ersten Abend in Maun hatte ich mich hinreissen lassen, eine neu erschienene Earthmate-Version aus dem Apple App-Store zu installieren. Das war so kurz vor der Abfahrt keine gute Idee: Nach dem Update konnte ich die Bluetooth-Verbindung zum inReach-Gerät nicht mehr aufbauen. Erst als ich in den Bluetooth-Einstellungen auf dem iPad “Dieses Gerät ignorieren” ausgewählt habe, konnte ich den inReach Explorer+ wieder über Bluetooth pairen.

Positiv

  • Guter GPS Empfang
  • Iridium Nachrichten senden und empfangen funktioniert zuverlässig
  • Einfache und intuitive Bedienung
  • Batterielaufzeit
  • Nachrichten lassen sich komfortabel auf dem gekoppelten Smartphone / Tablet erfassen
  • Robust
  • Wasserdicht (IPX7)
  • Ausreichend Speicherplatz für Karten und Tracking-Logs
  • Kartenportal inklusive
  • Aufladen via USB-Kabel an jedem USB-Port

Negativ

  • Geringe Displayauflösung
  • Bluetooth-Kopplung manchmal störrisch
  • Es ist mühsam, direkt auf dem Gerät Nachrichten zu schreiben

Technische Daten des inReach Explorer+

  • Abmessungen: 68 x 164 x 38 mm
  • Gewicht betriebsbereit: 213 Gramm
  • Wasserdichtigkeit nach IPX7: geeignet für Spritzwasser, Regen, Schnee, Untertauchen in Wasser bis zu 1 m während 30 Min.
  • Batterie: Fest eingebauter Lithium-Ionen-Akku
  • Display: Transflektives TFT-Farbdisplay 2.31″ (5.9 cm), 200 x 265 Pixel
  • Batterielaufzeit: 100 Stunden mit 10-minütigem Tracking (Standard), bis zu 75 Stunden mit 10-minütigem Tracking und 1-Sekunden-Protokollintervall, bis zu 30 Tage im Energiesparmodus mit 30-minütigem Tracking und bis zu 3 Jahre im Standby-Modus
  • Speicher/Protokoll: 2 GB
  • Schnittstellen: USB, Bluetooth-Unterstützung
  • Unterstützung für Speicherkarten: Nein
  • Wegpunkte: 500
  • Routen: 20
  • Eingebaute Sensoren: Barometrischer Höhenmesser, Kompass (3 Achsen mit Neigungskorrektur)

Weitere Ausstattung

  • Hochempfindlicher GPS Empfänger
  • Vorinstallierte TOPO-Karten, weitere Karten können hinzugefügt werden
  • Auslösen eines interaktiven SOS-Notrufs an die 7 x 24 h Notfallüberwachungszentrale
  • Nachrichten senden und empfangen über SMS und Email
  • Nachrichtenaustausch mit anderen inReach-Benutzern, Austausch von Positionen
  • Tracking und Teilen von Positionen mit Freunden und Familie über das webbasierte MapShare-Portal
  • Anfordern von Wettervorhersagen für die aktuelle Position und geplante Ziele
  • Virtuelle Tastatur zum Verfassen eigener Nachrichten
  • Senden von Wegpunkten an das MapShare-Portal während der Reise
  • Senden der Routenauswahl an das MapShare-Portal zum Verfolgen des Fortschritts durch Freunde und Familie

Lieferumfang

  • Garmin inReach Explorer+
  • Vorinstalliertes topografisches Kartenmaterial
  • USB-Kabel
  • Karabinerclip
  • Dokumentation

2 Kommentare

  1. Hallo Daniel, mit großem Interesse habe ich Ihren Bericht gelesen.
    Den inReach Explorer habe ich mir auch zugelegt, da wir, meine Frau und ich bereits zwei Situationen erlebt hatten, bei denen wir dringend Hilfe benötigt hätten. Doch leider hatten wir keinen Empfang um per Handy zu telefonieren, da wir in der Wilderness in Utah und Arizona unterwegs waren.

    Die “Feuertaufe” für das Garmin haben wir noch vor uns. Praxiserfahrung haben wir noch nicht. Wir hoffen natürlich auch, dass wir die SOS-Funktion niemals brauchen. Allerdings ist es gut zu wissen, dass man jederzeit Hilfe rufen kann.
    Ich werde mich mal durch Ihre Webseiten lesen, wird bestimmt interessant.

    Grüße aus D
    Herbert